Beginn der Aktion am 22.12.1946 -Rudolf Kley wurde 40 Jahre alt. Gratuliert hat auch Johannes Rau. Er hätte dem „arzneikundigen Kulturmacher aus Meiderich" zu den Glückwünschen gerne eine Luftpumpe beigelegt, aber die alte für das Verlagsbuchhändlerfahrrad hatte der Ministerpräsident verlegt und die neue wollte er mit nach Bonn nehmen, „damit dort viel neuer Luftzug entsteht." Zum Schluss wünschte er Rudolf Kley neunundzwanzig- tausendachthundertsechs-undneunzig Luftpumpen.

 

 
 

Video zur Aktion

 
 

 
 

Das Lied zur Aktion

 

 

T  O  N

 
   
  Grafik mit Luftpumen zur Eröffnung des Forums in Duisburg  
 

 
 

 
   
 

 

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Andererseits würden wir nicht auf die Idee kommen, das Verständnis für Kunst an einer Luftpumpe zu erproben“ (Norbert Wolf in „Kunstwerke verstehen und beurteilen“ 1. Aufl. Düsseldorf Econ Taschenbuch, 1984)

 

 

 

links Für den Aufbau des Feldes ist nichts geeigneter als diese Sinalco-Kästen.

rechts "Dieses Schiff bringt die Kunst weiter!"

Dieses Schiff bringt die Kunst weiter!“

 Als Rudolf Kley vor 24 Jahren die Idee hatte, dass Weizenfeld in dem sich Vincent van Gogh erschossen hat, aus Luftpumpen zu rekonstruieren, hatte er mindesten zwei Dinge nicht bedacht. Erstens, dass sich diese Aktion so lange, fast ein Vierteljahrhundert lang, hinziehen würde und zweitens, dass Sinalco-Kästen einen so hervorragenden Träger für dieses Feld abgeben würden. „Irgendwie muss man die Luftpumpen ja zum stehen bekommen. Und die gelbe Farbe der Kästen passt wie die Faust auf das Auge“

 Fünftausend Kästen benötigt der Aktionskünstler aus Meiderich, der dort am Ort eine Apotheke leitet. 30 000 Luftpumpen können darin dann ihren Halt finden. Die Zusage für die Kästen hat jetzt gerade erhalten. Der größte Teil der Luftpumpen fehlt noch. „Für mich war es in der Vergangenheit wichtig, dass ich diese Luftpumpen von Bürgern erhalte. Sozusagen als Rückkopplung. Als Beweis dafür, dass meine Botschaft angekommen ist. Aber wenn die Aktion jetzt stattfindet, wird auch die Botschaft ankommen!“ Davon ist Rudolf Kley fest überzeugt.

 Vieles hat er in der Vergangenheit getan, um an die Luftpumpen anderer Leute zu kommen. Selbst die Polizei hat zur Jahrtausendwende im Auftrag des Polizeipräsidenten von Münster Luftpumpen für ihn „verhaftet“. (Einiges davon wird unter www.luftpumpenfeld.de erwähnt.) Jetzt möchte er gerne aus Anlass der  Loveparade am 24. Juli durchstarten. „Da kommen doch Hunderttausende nach Duisburg. Da gibt es doch sicher Besucher dabei, die irgendwo in ihrem Keller noch eine Luftpumpe herumliegen haben. Die können sie jetzt endlich loswerden.“ Rudolf Kley ist sehr froh, dass die Loveparade jetzt doch stattfindet. „Natürlich ist das ein Kulturereignis. Und wenn die Besucher mir ihre Luftpumpen mitbringen, wird daraus sogar ein Kunstereignis.“ Der Apotheker, der auch malt (Guinnessrekord 1985 für die längste abstrakte Bildfolge) und aus dem mit dem Malen verbundenen tollen  Gefühl die Kulturwerkstatt Meiderich schon1978 ins Leben gerufen hat, ist der Meinung, dass es gar nicht zu viele Luftpumpen werden können. „Wenn es mehr als 30 000 werden, wird eben angebaut, oder die Luftpumpen werden dichter gesteckt. Alles ist möglich!“

 Ob wirklich alles möglich ist, wird er bald erfahren. Nämlich dann, wenn er seinen jüngsten Vorschlag dem Management der Bundesbahn in Duisburg vorgestellt hat. Wenn es eben geht, möchte er aus den 5 000 Sinalco-Kästen ein Schiff bauen, das die Besucher der Loveparade in der Bahnhofshalle begrüßen soll. „Schließlich ist Duisburg der Hafen der Kulturhauptstadt und die Bundesbahn ein wichtiger Sponsor. Also gehe ich erst einmal vom guten Willen aller Beteiligten aus.“

 Rudolf Kley hat ein Modell von diesem Schiff aufs Papier gebracht. Nicht maßstabgetreu und nicht perfekt. Aber es soll die Phantasie der Entscheidungsträger anregen und Sammelbecken für die Luftpumpen werden. „Nur einen Container aufzustellen, finde ich ziemlich langweilig. Wenn nur das geht, ist es aber immer noch besser als gar nichts. Schade dann nur, dass dann der Spruch nicht mehr zutreffen kann „Dieses Schiff bringt die Kunst weiter!“ Wieso er glaubt, dass seine Aktion dies kann? „Nun ja, Beuys hat 1981 zu mir gesagt – als es darum ging, dem erweiterten Kunstbegriff einen Namen zu geben- „Mach Du es!“ Ich habe es mit ARTART versucht, hat aber nicht so geklappt. Jetzt bin ich am Ende meiner Aktion auf „VINCANGO“ gekommen. Klingt auch ein bisschen exotischer und ist eine absolute Neuschöpfung . Da steckt vom Namen her schon Vincent van Gogh drin, dessen Geist ich im übertragen Sinn ich ja aus dem Luftpumpenfeld auferstehen lassen möchte. Sein Leben ist die perfekte Illustration und Inszenierung von Authentizität in der Kunst. Mehr Qualität geht einfach nicht und dies hat nichts mit seinem Marktpreis zu tun. Es wird Zeit, dass von der Sache her Kunst, Qualität von Kunst, wie Kunstpreise entstehen usw. alles transparenter werden. Zu diesem Thema gibt es jetzt ja auch eine ganze Menge Bücher, die sich den ganzen Kunstbetrieb aufs Korn nehmen. Kreativität ist eben nicht die Angelegenheit von wenigen Ausgesuchten oder besonders Erleuchteten. Vieles kann jeder und hier im Ruhrgebiet überhaupt - die Luftpumpe ist der Maßstab!“

 

 

 

Jeder, der seinen Beitrag zu diesem Luftpumpenfeld leistet, unterstützt auf ganz persönliche Weise Ruhr.2010 und gibt der Kulturhauptstadt seine persönliche Note. Kultur ist das, was Menschen zu Menschen macht.

Grafik "Love DU Parade" und Ausschnitt aus der Grafik

 

 

 

Pressemeldung vom 23.April 2010

 

Luftpumpe statt „Made“

 Landtagswahl NRW. Autofahrer sehen vor Plakaten schon keine Verkehrsschilder mehr. Der Duisburger Apotheker, Maler und Aktionskünstler Rudolf Kley hat einen Verschönerungsvorschlag für den Plakat-Wald, der mehrheitlich vom Steuerzahler finanziert wird. Er möchte dies aber nicht als Aufruf zur Sachbeschädigung verstanden wissen, sondern legt dies in die Verantwortung jedes Einzelnen.

 „Jeder kann sich auf meiner Homepage www.luftpumpenfeld.de einen Aufkleber „Ich wähle David!“ herunterlanden und die Plakate damit verschönern. Vielleicht nimmt ja dann jemand positiv von den Plakaten Notiz.“

 Mit David ist die große nackte Figur vor dem Lehmbruck-Museum gemeint, die in Duisburg schon für Schlagzeilen gesorgt hat. Der eine hat sich an seiner Farbe gestört, eine Leserin stört sich an der „Made“. In ihrem Leserbrief mutmaßt sie, dass dem Künstler wohl das Material ausgegangen ist.“...oder warum haben Sie einen so muskulösen Körper mit einer so kleinen “Made“ ausgestattet?"

 Kein Problem für Rudolf Kley. Sein David-Aufkleber enthält dies bezüglich einen Lösungsvorschlag. Statt Made einfach Luftpumpe. Hat er doch schon in der Vergangenheit behauptet, dass sein Luftpumpenprojekt Viagra für die Kunst ist. Aus einem gelben Luftpumpenfeld, dass sich an das Weizenfeld anlehnt, in dem sich van Gogh erschossen hat, will er den Geist von van Gogh auferstehen lassen. Die Luftpumpen werden in Plastikbecher gepflanzt, die genau in  Sinalco-Kästen passen. Rudolf Kley ist guter Dinge, dass er jetzt nach 24 Jahren endlich dieses Feld aufbauen kann. „Die benötigten 5000 Sinalco-Kästen habe ich schon, jetzt fehlen mir nur noch ein Teil –allerdings ein großer Teil der benötigten 30 000 Luftpumpen. Die möchte ich mir von den Besuchern der Loveparade spenden lassen und habe hierzu noch einige Ideen.“

Der malende Apotheker ist mit Boris Becker seinerzeit in letzter Minute mit seinem Marathon-Bildfolge „11 000 Meter Stattgeschichte“ ins Guinnessbuch der Rekorde gerutscht, die er anlässlich des Duisburger Stadtjubiläums gemalt hatte. (Eines dieser Bilder findet man im Gemäldekatalog des Wilhelm-Lehmbruck-Museums.) Rudolf Kley: „Auch dieses Feld ist rekordverdächtig. Sollte daraus ein Guinnessrekord werden, teile ich diesen mit all denen die mir jetzt eine Luftpumpe spenden. Einzelheiten hierzu später.“

 

 

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Pressemeldung vom 16. April 2010

 

Viagra für die Kunst!

 „Mein Luftpumpenprojekt ist Viagra für die Kunst“ behauptet der streitbare Duisburger Apotheker, Maler und Aktionskünstler Rudolf Kley. „Nach Männeken Piss haben wir jetzt endlich auch ein  „Männeken steh“. Auf einer Fotomontage verleiht eine Luftpumpe der rosafarbenen Skulptur David von Peter Feldmann vor dem Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg die ausdauernde Manneskraft.

 „Alle Kunst ist Maß“ hat schon Wilhelm Lehmbruck vor  Jahren gesagt, der  1881 in Duisburg-Meiderich geboren wurde. (Dieser Spruch befindet sich auch auf  einer Betonplatte vor dem Museum in den Boden eingelassen) In Meiderich ist auch Rudolf Kley zuhause, der 1985 einen Guinnessrekord im Malen aufgestellt hat und seit 1986, also seit 24 Jahren die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst einführt. Auf der Internetseite www.luftpumpenfeld.de begründet er dies ausführlich und – wie er hofft- auch allgemeinverständlich. Für sein Projekt benötigt er allerdings noch 30 000 Luftpumpen. Die will er jetzt bei der Loveparade einsammeln. „Männeken steh“ soll seinen Wunsch an die Besucher der Loveparade herantragen.

 „Ich setzte mich seit Monaten auf unterschiedliche Weise dafür ein, dass die Loveparade stattfindet. Jeder kann sich die Grafik zur Loveparade kostenlos aus dem Internet herunterladen und ich signiere sie auch gerne. Vielleicht danken es mir die Besucher, indem sie mir ihre alte Luftpumpe hier in Duisburg zurücklassen. Der eine hat eben einen Koffer in Berlin, der andere dann vielleicht eine Luftpumpe in Duisburg und kommt gerne in diese Stadt zurück. Duisburg hat doch jetzt eine Menge zu bieten und ist eine richtige Kunstoase!“

 

 

 

 

 

 

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