Beginn der Aktion am 22.12.1946 -Rudolf Kley wurde 40 Jahre alt. Gratuliert hat auch Johannes Rau. Er hätte dem „arzneikundigen Kulturmacher aus Meiderich" zu den Glückwünschen gerne eine Luftpumpe beigelegt, aber die alte für das Verlagsbuchhändlerfahrrad hatte der Ministerpräsident verlegt und die neue wollte er mit nach Bonn nehmen, „damit dort viel neuer Luftzug entsteht." Zum Schluss wünschte er Rudolf Kley neunundzwanzig- tausendachthundertsechs-undneunzig Luftpumpen.

 

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 
 

Das Lied zur Aktion

 

 

 

T  O  N

 

 

   
  Grafik mit Luftpumen zur Eröffnung des Forums in Duisburg  

 

 

 
 

 
   
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Andererseits würden wir nicht auf die Idee kommen, das Verständnis für Kunst an einer Luftpumpe zu erproben“

 

 

 

 

 

(Norbert Wolf in „Kunstwerke verstehen und beurteilen“ 1. Aufl. Düsseldorf Econ Taschenbuch, 1984)

 

 

 

 

 Vorrede

 

Unstrittig unterliegt das, was als Kunst gelten soll, der Vereinbarung. Die pragmatischste Vereinbarung treffen die Käufer von Kunst. Sammler beeinflussen den Kunstmarkt und Künstler. Manchmal reicht dieser Einfluss bis in die Museen, was  eine nicht vorhandene Objektivität eines Qualitätsmaßstabes vorgaukeln kann. Dazwischengeschaltet sind oft Galeristen, die natürlicherweise durch die Auswahl der von ihnen ausgestellten Künstler und der zum Verkauf angebotenen Kunstwerke den Markt beeinflussen.

 

Man kann aber auch eine Auffassung von Kunst haben, die durch den Begriff der Handelsware nicht oder nur zum Teil abgedeckt wird. Was muss man sich unter Identität von Kunst und Leben vorstellen, oder etwa einem erweiterten Kunstbegriff ? Was unter Fluxus, Happening und Performance?

 

Verwirrt einen schon das, was so alles als Kunst verkauft wird, so ergibt der Rest einen Brei, der wie zäher Schlamm an den Gedanken klebt. Dabei sind das schöpferische Angehen der eigenen Lebenssituation, kreative Beeinflussung gesellschaftlicher Strukturen und Entwicklung von Überlebensstrategien z.B. durchaus  Prozessen vergleichbar, die auch in Kunstwerke münden.

 

Man kann auch die Gesellschaft als ein großes Kunstwerk betrachten. Kunst existiert als Kunst nur in der Gegenwart von Menschen. Das hat sie mit der menschliche Gesellschaft gemein. Wer Kunst macht, ist ein Künstler. Erweitert man den herkömmlichen Kunstbegriff weit genug, werden alle Menschen zu Künstlern. Es spielt keine Rolle mehr, ob sie nun tatsächlich Bildhauer, Maler, Poeten oder Wissenschaftler und Politiker sind. Jeder Mensch ist dann ein Künstler! Ob sich dieses Spiel mit Begriffen lohnt oder ob sie nur den Sprachgebrauch noch diffuser und schwieriger gestalten, ist aber doch sehr die Frage. Was hat die Gesellschaft von einer solchen Erweiterung? Welche Verwirrung unter Nichteingeweihten stiftet sie an?

 

Rudolf Kley jedenfalls hat sich daran gestört. 1981 hat Rudolf Kley Josef Beuys in einer öffentlichen Diskussion vorgeworfen, dass er mit seinem „erweiterten Kunstbegriff“ bestenfalls seine Jünger bedient, eine Zielgruppe, die sich mit seinen Gedankengängen ohnehin auskennt . Bei allen anderen aber stiftet der „erweiterte Kunstbegriff Verwirrung, so dass er rein gar nichts bewirkt, jedenfalls keine Veränderungen in der Gesellschaft. Er wird nicht als völlig andersartiger Begriff erkannt. Mit einem Eigennamen versehen, wären die Chancen hierfür größer, weil auch der Kreis derjenigen, die sich mit der angeschnittenen Problematik auseinandersetzen könnte, größer wäre. Josef Beuys hat geantwortet: „Mach Du es!“ Daraufhin hat Rudolf Kley zwischen der Handelsware Kunst und einem erweiterten Kunstbegriff als eine Art Kunst (Art), also ARTART, unterschieden. ARTART hat sich aber nicht durchgesetzt, obwohl dieser Begriff bei Andy Warhol ähnlich auch besetzt war aber anders gewertet wurde. (BusinessArt is a much better thing to be making than ART ART, bescause Art Art doesn´t support the space it takes up, whereas Business Art does. Andy Warhol: The Philosophy of Andy Warhol 1975)

 

Rudolf Kley will jetzt einen brauchbareren Namen für den erweiterten Kunstbegriff einführen. Auch der Geist von van Gogh, der sich im übertragenen Sinn aus einem gelben Luftpumpenfeld erheben soll, fällt für ihn darunter. Deshalb schwebt ihm der Name Vincango vor. Das Luftpumpenfeld ist eine freie Rekonstruktion des Weizenfeldes, in dem sich van Gogh erschossen hat. Die Aktion soll die Behauptung widerlegen, dass niemand auf die Idee käme, das Verständnis für Kunst an einer Luftpumpe zu erproben.

 

An diesem Feld kann sich jeder Bürger mit der Spende einer Luftpumpe beteiligen. Er wird selbst zum Künstler, weil er direkt an der Herstellung von Kunst beteiligt. Dieses Luftpumpenfeld ist Kunst im erweiterten Sinn. Sogar im doppelten Sinn, wenn dieses Feld einen Käufer für einen guten Zweck findet und damit quasi zur Handelsware wird.

 

Was vereinbarungsgemäß Kunst ist, ist Kunst. Dies sagt aber nichts über die Qualität von Kunst aus, sagt nichts darüber aus, was gute und was schlechte Kunst ist. Auch der Qualitätsbegriff unterliegt der Vereinbarung. Theoretisch könnte man sich darauf verständigen, die Qualität von Kunst fortan nur noch mit der Luftpumpe zu messen. Deshalb spricht Rudolf Kley auch davon, die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab einzuführen um diesen Vereinbarungscharakter offen zu legen. Es gibt für Kunst keinen objektiven Qualitätsmaßstab . Es gibt nur Interessengruppen, die immer wieder versuchen, ihren Maßstab aus den unterschiedlichsten Motiven durchzusetzen. Das einzige was aus der Werkschau und der Biografie annähernd abgelesen werden kann, ist die Authentizität eines Werkes. Hierfür ist Vincent van Gogh das beste Beispiel. Die Authentizität seines Werkes, sein Geist haben den Maler in Rudolf Kley schon zur Schulzeit sehr beeindruckt und seinen Qualitätsmaßstab geprägt. Das Luftpumpenfeld ist Ende und Anfang zugleich. Eine allgemeine Rückbesinnung auf van Gogh anlässlich des Luftpumpenfeldes lässt diesen Geist wieder auferstehen.

 

Kultur ist fließend. Wie die Ruhr. Ein Kulturwandel soll Kreativität im Ruhrgebiet freisetzen und ihm wirtschaftlichen Nutzen bringen. Das Luftpumpenfeld unterstreicht nach Ansicht von Rudolf Kley diese Absicht von Ruhr.2010 kräftig. „Dieses Luftpumpenfeld mit allen seinen Facetten ist der Beweis dafür, das man am Beispiel einer Luftpumpe nicht nur das Verständnis für Kunst erproben, sondern auch ein zeitgemäßes Verständnis für Kunst und Kultur entwickeln kann. Nach meiner Erfahrung macht diese Erkenntnis im Umgang mit Kunst frei und setzt auch Kreativität frei.“

 

Dieses Ziel hat  Rudolf Kley nach fast einem Vierteljahrhundert erreicht, wenn das Luftpumpenfeld das erste Mal steht.

 

 

Für den Aufbau des Feldes ist nichts geeigneter als diese Sinalco-Kästen.

 

 

Jeder, der seinen Beitrag zu diesem Luftpumpenfeld leistet, unterstützt auf ganz persönliche Weise Ruhr.2010 und gibt der Kulturhauptstadt seine persönliche Note. Kultur ist das, was Menschen zu Menschen macht.

Grafik "Love DU Parade" und Ausschnitt aus der Grafik

 

 

 

Pressemeldung vom 23.April 2010

 

Luftpumpe statt „Made“

 Landtagswahl NRW. Autofahrer sehen vor Plakaten schon keine Verkehrsschilder mehr. Der Duisburger Apotheker, Maler und Aktionskünstler Rudolf Kley hat einen Verschönerungsvorschlag für den Plakat-Wald, der mehrheitlich vom Steuerzahler finanziert wird. Er möchte dies aber nicht als Aufruf zur Sachbeschädigung verstanden wissen, sondern legt dies in die Verantwortung jedes Einzelnen.

 „Jeder kann sich auf meiner Homepage www.luftpumpenfeld.de einen Aufkleber „Ich wähle David!“ herunterlanden und die Plakate damit verschönern. Vielleicht nimmt ja dann jemand positiv von den Plakaten Notiz.“

 Mit David ist die große nackte Figur vor dem Lehmbruck-Museum gemeint, die in Duisburg schon für Schlagzeilen gesorgt hat. Der eine hat sich an seiner Farbe gestört, eine Leserin stört sich an der „Made“. In ihrem Leserbrief mutmaßt sie, dass dem Künstler wohl das Material ausgegangen ist.“...oder warum haben Sie einen so muskulösen Körper mit einer so kleinen “Made“ ausgestattet?"

 Kein Problem für Rudolf Kley. Sein David-Aufkleber enthält dies bezüglich einen Lösungsvorschlag. Statt Made einfach Luftpumpe. Hat er doch schon in der Vergangenheit behauptet, dass sein Luftpumpenprojekt Viagra für die Kunst ist. Aus einem gelben Luftpumpenfeld, dass sich an das Weizenfeld anlehnt, in dem sich van Gogh erschossen hat, will er den Geist von van Gogh auferstehen lassen. Die Luftpumpen werden in Plastikbecher gepflanzt, die genau in  Sinalco-Kästen passen. Rudolf Kley ist guter Dinge, dass er jetzt nach 24 Jahren endlich dieses Feld aufbauen kann. „Die benötigten 5000 Sinalco-Kästen habe ich schon, jetzt fehlen mir nur noch ein Teil –allerdings ein großer Teil der benötigten 30 000 Luftpumpen. Die möchte ich mir von den Besuchern der Loveparade spenden lassen und habe hierzu noch einige Ideen.“

Der malende Apotheker ist mit Boris Becker seinerzeit in letzter Minute mit seinem Marathon-Bildfolge „11 000 Meter Stattgeschichte“ ins Guinnessbuch der Rekorde gerutscht, die er anlässlich des Duisburger Stadtjubiläums gemalt hatte. (Eines dieser Bilder findet man im Gemäldekatalog des Wilhelm-Lehmbruck-Museums.) Rudolf Kley: „Auch dieses Feld ist rekordverdächtig. Sollte daraus ein Guinnessrekord werden, teile ich diesen mit all denen die mir jetzt eine Luftpumpe spenden. Einzelheiten hierzu später.“

________________________________________________________-

Pressemeldung vom 16. April 2010

Viagra für die Kunst!

 „Mein Luftpumpenprojekt ist Viagra für die Kunst“ behauptet der streitbare Duisburger Apotheker, Maler und Aktionskünstler Rudolf Kley. „Nach Männeken Piss haben wir jetzt endlich auch ein  „Männeken steh“. Auf einer Fotomontage verleiht eine Luftpumpe der rosafarbenen Skulptur David von Peter Feldmann vor dem Wilhelm Lehmbruck Museum in Duisburg die ausdauernde Manneskraft.

 „Alle Kunst ist Maß“ hat schon Wilhelm Lehmbruck vor  Jahren gesagt, der  1881 in Duisburg-Meiderich geboren wurde. (Dieser Spruch befindet sich auch auf  einer Betonplatte vor dem Museum in den Boden eingelassen) In Meiderich ist auch Rudolf Kley zuhause, der 1985 einen Guinnessrekord im Malen aufgestellt hat und seit 1986, also seit 24 Jahren die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst einführt. Auf der Internetseite www.luftpumpenfeld.de begründet er dies ausführlich und – wie er hofft- auch allgemeinverständlich. Für sein Projekt benötigt er allerdings noch 30 000 Luftpumpen. Die will er jetzt bei der Loveparade einsammeln. „Männeken steh“ soll seinen Wunsch an die Besucher der Loveparade herantragen.

 „Ich setzte mich seit Monaten auf unterschiedliche Weise dafür ein, dass die Loveparade stattfindet. Jeder kann sich die Grafik zur Loveparade kostenlos aus dem Internet herunterladen und ich signiere sie auch gerne. Vielleicht danken es mir die Besucher, indem sie mir ihre alte Luftpumpe hier in Duisburg zurücklassen. Der eine hat eben einen Koffer in Berlin, der andere dann vielleicht eine Luftpumpe in Duisburg und kommt gerne in diese Stadt zurück. Duisburg hat doch jetzt eine Menge zu bieten und ist eine richtige Kunstoase!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zurück

www.deapo.de